Jugendblaskapelle Sonthofen

 

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Bläserzentrum Sonthofen: Institution sichert die Zukunft junger Blasmusik

Die Sonthofer Musikkapellen begehen in Kooperation mit der Musikschule Oberallgäu neue Wege

In Sonthofen wird die Ausbildung junger Blasmusiker auf neue Beine gestellt: Unter dem organisatorischen Dach der Musikschule Oberallgäu-Süd ist das Bläserzentrum Sonthofen ins Leben gerufen worden. Treibende Kraft hinter dem Zentrum ist Jörg Seggelke, Dirigent der Jugendblaskapelle Sonthofen. „Mit dem Bläserzentrum können wir schon die Kleinsten im Kindergartenalter an die Orchestermusik heranführen und so nachhaltig die Nachwuchsarbeit für die vier Orchester Jugendblaskapelle Sonthofen, Musikkapelle Altstädten, Dorfmusik Berghofen und Stadtkapelle Sonthofen stärken“, erklärt Seggelke. Dafür hat der erfahrene Blasmusiker mit Meisterklassendiplom auf sein umfangreiches Netzwerk zurückgegriffen und neue Lehrer, allesamt Koryphäen auf ihrem Instrument, an Bord geholt. Angestellt sind die Lehrkräfte bei der Musikschule Oberallgäu-Süd, deren Leiter Anton Hagspiel von Anfang an hinter Seggelkes Idee stand.

Intensive Förderung von Anfang an

Der Aufbau der Ausbildung gliedert sich in mehrere Teile und beginnt mit der musikalischen Früherziehung im Kindergarten. Ein Musikschullehrer, der für den Unterricht mit noch ganz kleinen Kindern ausgebildet ist, wird die kleinen Gruppen anleiten. So ist eine besonders intensive Förderung möglich.

In den ersten Klassen der Grundschule an der Berghofer Straße ist das Pilotschuljahr schon abgeschlossen: die Kinder haben ein Schuljahr lang mit den beiden Musiklehrer Melanie Hafner und Markus Trinkl die musikalische Grunderziehung durchlaufen und bei einem Abschlusskonzert ihr Können präsentiert. „Das Vororchester der vier Blaskapellen, Jumadosta, hat ebenfalls ein Konzert an der Grundschule gegeben. Mit einem Instrumentenkarusell haben wir die verschiedenen Instrumente vorgestellt. Bereits 60 Prozent der Schüler, die die Grunderziehung durchlaufen haben, wissen jetzt schon, welches Instrument sie in der zweiten Klassen ausprobieren möchten.“

Wählen können die Kinder zwischen Querflöte, Klarinette, Cornett (Trompete), englischem Bariton und Schlagzeug. „Für die fokussierende Ausbildung in den zweiten Klassen haben wir 30 neue Instrumente, alle in kindgerechter Bauform, angeschafft“, erklärt Seggelke. „Sie können von den Eltern zu sehr günstigen Konditionen geliehen werden. Wichtig war uns, dass auch Eltern mit geringem Einkommen ihrem Kind die musikalische Ausbildung finanzieren können.“

Hochqualifizierte Lehrer verpflichtet

Um die Ausbildung auf ein sehr hohes Niveau zu heben, hat die Musikschule Oberallgäu-Süd renommierte Musiker als Fachlehrer verpflichtet (siehe unten). „Wir sind sehr stolz, dass wir für jedes symphonische Instrument hochqualifizierte Musiker gewinnen konnten, die national und international Ruhm genießen und ihr Instrument aus dem Effeff kennen. Das haben wir vor allem dem Ruf unseres Dirigenten zu verdanken, der die Musiker für das Zentrum begeistern konnte“, freut sich Claus-Peter Kroiss, Vorsitzender der JBK Sonthofen und Unterstützer des Bläserzentrums der ersten Stunde.

Ab dem Schuljahr 2016/2017 nimmt die Ausbildung im Rahmen des Bläserzentrums an allen vier Sonthofer Grundschulen Fahrt auf. In den ersten Klassen der Grundschule an der Berghofer Straße (vier Klassen), der Grundschule Rieden (drei Klassen) und der Grundschule Altstädten (eine Klasse) beginnen die Kinder mit der musikalischen Grunderziehung. In Rieden wird die Grunderziehung von Verena Beyrer geleitet, in Altstädten von Benjamin Markl. „Mit Fug und Recht dürfen sich die Kinder darauf freuen, mit den süddeutschlandweit besten Lehrern zu musizieren“, verspricht Seggelke.

Ab der 3. Und 4. Klasse steht dann – je nach Kenntnisstand und Wunsch der Kinder – der Übergang ins Vororchester „Jumadosta“ an. „Nach etwa zwei Jahren im Jumadosta sind die jungen Musiker soweit in die Jugendblaskapelle oder zu den anderen drei Kapellen Berghofen, Sonthofen oder Altstädten zu wechseln. Das Ziel ist, dass die Kinder in der 5. Klasse bereit sind als Nachwuchsmusiker die Kapellen zu unterstützen“, erklärt Kroiss.

„Mit dem Bläserzentrum sichern wir die fundierte Ausbildung unseres Nachwuchses“, sagt Seggelke. „Außerdem sind wir durch die Früh- und Grunderziehung viel näher dran an den Kindern und Eltern, das stärkt die Bindung an die heimischen Musikkapellen. Die überbehördliche Struktur bringt alle auf eine Bühne: die Eltern und Kinder, die Schulen, die Vereine und Kapellen.“ Daran beteiligen sich nicht nur die Musikkapellen und die Musikschule Oberallgäu-Süd. Ohne Fördermittel der Städte, Gemeinden und des Landkreises wäre das Zentrum wohl zum Scheitern verurteilt gewesen.

Blasmusik im Hier und Jetzt

Seggelke ist überzeugt: „Blasmusik hat eine große Zukunft. Man muss sie nur ins hier und jetzt verfrachten, ihr neuen Schwung geben und sie für die Jugendlichen attraktiv gestalten.“ Deshalb geht er mit der Jugendblaskapelle neue Wege. „Wir werden künftig ein vielschichtigeres Programm präsentieren. Neu in unserem Portfolio ist Marching Band – ein Stil, den einige vielleicht aus den USA kennen. Dabei handelt es sich im klassischen Sinne um Marschmusik, die ohne Notenvorlage gespielt aber mit einer Choreografie unterstrichen wird. Damit haben Musikstücke im Marching Band –Stil einen hohen Unterhaltungs- und Showcharakter. Den jungen Leuten gefällt es.“ Und dem Publikum auch. Bei einem Football-Spiel der Allgäu Comets trat die JBK als Marching Band vor 2.000 Zuschauern auf. „Es ist natürlich eine Herausforderung, schließlich müssen die Musiker auch mal improvisieren und sich an die Choreografie halten.“

Aber: „Die Jugendblaskapelle hat das Potenzial. Wir spielen traditionelle Blasmusik genauso gerne wie symphonische Stücke. Aber es wäre nicht die JBK, wenn sie sich nicht immer wieder etwas neues einfallen ließe. Mit Qualität und Spaß sprengen die jungen Leute Grenzen – und sie haben Lust darauf, die Blasmusik im Oberallgäu auch von einer anderen Seite zu präsentieren.“

Die Lehrkräfte:

Ielyzaveta (Liza) Gudina – Querflöte

Annette Ortler - Oboe

Ricardo Döringer – Fagott

Christian Schilf - Saxophon

Benjamin Markl – Cornet & Trompete

Vincenz Kling - Trompete

Vadym Pascal - tiefes Blech

Bernd Geser – tiefes Blech (Tenorhorn, Bariton, Tuba, Posaune)

Verena Beyrer – elementare Musikpädagogik

Markus Trinkl – Schlagzeug

Melanie Hafner – Klarinette

Nicolai Pascal – Klarinette

Alexander Körner – Waldhorn

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